Der Film ist gerade erst gestartet, und das Internet kocht schon. "Der Astronaut" mit Ryan Gosling hat am Startwochenende uber 80 Millionen Dollar in den USA eingespielt. Aber das eigentliche Geschehen findet nicht in den Kinos statt, sondern in den sozialen Medien. Die einen nennen ihn ein Meisterwerk, das in die Geschichte eingehen wird. Die anderen sagen, es sei ein uberhypter Blockbuster mit billigen Witzen. Die Algorithmen lieben es — Konflikt erzeugt Reichweite, Reichweite erzeugt mehr Konflikt.
Jordan Levin, fruherer WB-Chef, erklart den Mechanismus einfach: Alles, was Debatten auslost, bringt den Algorithmus zum Gluhen. Und "Der Astronaut" passt perfekt in dieses Schema. Es gibt genug Gesprachsstoff.
Und bei all diesen Debatten wird oft die Musik vergessen. Zu Unrecht. Der Soundtrack von "Der Astronaut" ist eine eigene Figur. Rocky's Thema, gespielt mit Synthesizern und Orchester, ist die emotionale Brucke zwischen zwei Welten. Und dass es jetzt in TikToks zitiert wird, in Fan-Videos verwendet wird — das ist das eigentliche Zeichen dafur, dass der Film ein kulturelles Ereignis geworden ist. Wie Science-Fiction zum Kampfplatz der Meinungen wurde
Aber der eigentliche Gewinn ist, dass "Der Astronaut" gezeigt hat: Originare Science-Fiction kann nicht nur Kassen fullen, sondern auch ein Publikum anziehen, das wirklich diskutieren, debattieren, sich vertiefen will. Und das ist wohl die beste Belohnung fur die Leute, die ihr Herzblut in eine kluge, komplexe, menschliche Geschichte gesteckt haben. |